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Ostjerusalem
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Als Ostjerusalem wird der Teil von Jerusalem bezeichnet, der seit dem PalĂ€stinakrieg 1948 von Jordanien besetzt war, bis er im Sechstagekrieg 1967 von Israel erobert wurde. Aus israelischer Sicht ist Ostjerusalem heute Teil des vereinigten Jerusalem einschließlich der Teile des Westjordanlandes, die von Israel zum Jerusalemer Stadtgebiet erklĂ€rt wurden. Die 1980 durch das Jerusalemgesetz erfolgte Annexion des im Sechstagekrieg 1967 eroberten Gebiets wurde von der internationalen Staatengemeinschaft ebenso wenig anerkannt wie die vorangegangene Annexion Ostjerusalems durch Jordanien im Jahr 1950. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete mehrere Resolutionen, die die Annexion oder deren Vorbereitung verurteilten.cite-ref-1[1] Zudem erklĂ€rte der Sicherheitsrat die israelische Annexion Ostjerusalems fĂŒr nichtig.cite-ref-2[2] Der Internationale Gerichtshof erklĂ€rte 2024 in einem unverbindlichen Rechtsgutachten die israelische Besatzung Ostjerusalems mitsamt Siedlungen fĂŒr völkerrechtswidrig und forderte Israel auf, diese Besatzung zu beenden.cite-ref-3[3]

Aus palĂ€stinensischer Sicht ist Ostjerusalem, fĂŒr einige PalĂ€stinenserorganisationen auch ganz Jerusalem, das unter dem arabischen Namen al-Quds (Ű§Ù„Ù‚ŰŻŰł bzw. Ű§Ù„Ù‚ŰŻŰł Ű§Ù„ŰŽŰ±ÙŠÙ al-Quds asch-scharÄ«f; wörtlich „die heilige [Stadt]“ oder „die ehrenwerte [Stadt]“) bekannt ist, die Hauptstadt eines zukĂŒnftigen PalĂ€stinenserstaates.

2017 erkannte die Organisation fĂŒr Islamische Zusammenarbeit Ostjerusalem als Hauptstadt PalĂ€stinas an.cite-ref-4[4]

Contents

‱ Geographie
‱ Politik
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Geographie

Ostjerusalem umfasst die Altstadt von Jerusalem und die östlich anschließenden Bezirke einschließlich des biblischen Ölbergs. In Ostjerusalem liegen einige der heiligsten StĂ€tten von Judentum, Christentum und Islam, darunter die Kotel (die Westmauer des Tempels), der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee, und die Grabeskirche. Zu den bekannten Bezirken von Ostjerusalem gehören Bab az-Zahira, Scheich Dscharrah und Wadi el-Joz.

Politik

Der politische Status Ostjerusalems und die israelischen Siedlungen sind weiterhin ein zentraler Punkt des Nahostkonflikts (Jerusalemfrage). Nach dem Ende des Osmanischen Reiches und der darauffolgenden britischen Verwaltung Jerusalems sollte die Stadt unter internationale Verwaltung gestellt werden. Dieser Plan, der im Rahmen des UN-Teilungsplans von 1947 ausgearbeitet worden war, scheiterte jedoch, da die arabisch-palĂ€stinensische Seite den Teilungsplan pauschal ablehnte. Im Verlauf des PalĂ€stinakriegs wurde Ostjerusalem von jordanischen Truppen besetzt, jĂŒdische Bewohner wurden aus der Altstadt vertrieben, jĂŒdische HĂ€user und die Hurva-Synagoge zerstört. Der Krieg endete mit dem 1949 zwischen Israel einerseits und Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien andererseits geschlossenen Waffenstillstandsabkommen. Mit diesem wurde vereinbart, dass Jordanien seine Truppen in Ostjerusalem behĂ€lt. SpĂ€ter wurde Ostjerusalem Teil Jordaniens und völkerrechtswidrig annektiert.

Im Sechstagekrieg wurde Ostjerusalem nach vorangegangenen Angriffen Jordaniens auf Westjerusalem durch die israelische Armee erobert. Israel beansprucht heute ganz Jerusalem einschließlich der östlichen Stadtteile als seine Hauptstadt und annektierte Ostjerusalem 1980 offiziell durch Knesset-Beschluss (Jerusalemgesetz). In zurĂŒckliegenden Friedensverhandlungen lehnte Israel eine vollstĂ€ndige Aufgabe Ostjerusalems zugunsten eines zukĂŒnftigen palĂ€stinensischen Staates ab. BegrĂŒndet wird dies unter anderem mit den Erfahrungen vor 1967, als die jordanischen Besatzer jĂŒdischen Menschen den Zugang zur Klagemauer und der ganzen Altstadt verwehrten, aber auch damit, dass Jerusalem vor 1948 nie Teil eines souverĂ€nen Staates gewesen sei und es somit keinen rechtlichen Anspruch der PalĂ€stinenser auf Ostjerusalem gebe. In den Augen kritischer Beobachter wird der Status quo durch den fortwĂ€hrenden, staatlich geförderten Siedlungsbau von Israelis in dem vor 1967 vorwiegend arabisch bewohnten Stadtteil völkerrechtswidrig verfestigt. Zudem schneidet die von Israel offiziell zur Terrorabwehr errichtete Sperranlage, die in Jerusalem auch die Form einer Mauer hat, das Westjordanland zunehmend vom arabischen Teil Jerusalems ab.

Die PalĂ€stinenser lehnen den Anspruch Israels auf Ostjerusalem strikt ab und bestehen auf der Kontrolle des gesamten Stadtteils einschließlich des Tempelbergs. Sie berufen sich dabei auf verschiedene Resolutionen der Vereinten Nationen, die den RĂŒckzug Israels aus besetzten Gebieten fordern und die Annexion Ostjerusalems durch Israel fĂŒr völkerrechtswidrig erklĂ€rt haben. Jahrelang war Faisal Husaini im Orienthaus der Jerusalemer Vertreter der PLO und wurde als heimlicher BĂŒrgermeister Ostjerusalems angesehen. Nach Husainis Tod im Jahr 2001 wurde das Orienthaus geschlossen. Der PrĂ€sident der palĂ€stinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas lehnt Verhandlungen ĂŒber eine zukĂŒnftige Lösung der Verwaltung Ostjerusalems seit 2008 kategorisch ab, solange Israel an Siedlungsprojekten in Ostjerusalem und im Westjordanland festhĂ€lt.cite-ref-5[5] Doch schon seit dem Fatah-Hamas-Konflikt im Jahr 2006 verfĂŒgen die PalĂ€stinenser nicht mehr ĂŒber einheitliche Forderungen bezĂŒglich Ostjerusalems. Die von der Fatah kontrollierte Autonomiebehörde beansprucht in Friedensverhandlungen meist nur Ostjerusalem als Hauptstadt eines zukĂŒnftigen PalĂ€stinenserstaates, wenngleich ihre Charta eine „Ausrottung jeder ökonomischen und politischen zionistischen Existenz“ und „einen souverĂ€nen Staat auf dem Boden ganz PalĂ€stinas, mit Jerusalem als Hauptstadt.“ (Artikel 12 und 13) fordert.cite-ref-6[6] Die radikalislamische Hamas, die 2006 von einer relativen Mehrheit der PalĂ€stinenser gewĂ€hlt wurde und ĂŒber die Mehrheit der Parlamentssitze verfĂŒgt, erkennt Israel nicht an und fordert die Errichtung eines Gottesstaats auf dem Boden des heutigen Israels mit ganz Jerusalem als Hauptstadt. Finanziell und ideologisch unterstĂŒtzt wird die Hamas von Syrien und Iran, die die Belange Jerusalems fĂŒr ihre kontroverse Außenpolitik verwenden. So werden in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Kundgebungen und Gedenktage (wie der al-Quds-Tag) abgehalten, die an „das Ziel erinnern, Jerusalem zu befreien“.cite-ref-7[7] Hassan Nasrallah, der AnfĂŒhrer der schiitischen Hisbollah, bezeichnete Jerusalem als „das große Ziel und die große Schlacht unserer Zeit.“ In großen Teilen der arabisch-muslimischen Welt gilt der derzeitige Status Jerusalems nicht nur als Rechts-, sondern auch als Prestigeverlust.

Ende Juni 2014 beschloss Israels Regierung, ĂŒber fĂŒnf Jahre 295 Millionen Schekel in Infrastruktur und Sicherheit Ostjerusalems zu investieren.cite-ref-8[8]

Im Vorfeld des Besuchs von US-PrĂ€sident Donald Trump im Mai 2017 kĂŒndigte Israels Bauminister Yoav Galant ein neues Siedlungsprojekt an. Dabei sollen 15.000 neue Wohnungen fĂŒr jĂŒdische Siedler in Ostjerusalem entstehen.cite-ref-9[9] 2018 wurde die US-Botschaft durch Trump nach Jerusalem verlegt, nachdem er dieses als offizielle Hauptstadt anerkannte.cite-ref-10[10]

Siehe auch

:

Ost-Jerusalem unter jordanischer Besatzung

Status der PalÀstinenser

NichtjĂŒdische Bewohner der Gebiete, die Israel 1967 im Sechstagekrieg eroberte und danach auch verfassungsrechtlich seinem Staatsgebiet eingliederte (Golan-Höhen und Ostjerusalem), wurden mit dieser Annexion nicht automatisch zu israelischen Staatsangehörigen. Wenn sie die israelische Staatsangehörigkeit erhalten möchten, mĂŒssen sie sich einbĂŒrgern lassen. Von dieser Möglichkeit machten nur wenige Gebrauch, zwischen 1980 und 1992 lediglich ein Prozent der Ostjerusalemer.cite-ref-11[11]

Die arabisch-palĂ€stinensischen Einwohner Ostjerusalems haben den Status von „StĂ€ndigen Einwohnern“, der es ihnen erlaubt, sich innerhalb Israels zu bewegen. Sie bekommen spezielle blaue ID-Karten und sind damit auch sozialversichert. Dieser Status kann ihnen entzogen werden, wenn sie sich mehrere Jahre außerhalb von Jerusalem aufhalten. Ein Besuch in drei Jahren reicht der israelischen Zeitung HaÊŸaretz zufolge aus, um den Status behalten zu dĂŒrfen. Wie sich anlĂ€sslich des Hungerstreiks des von breiten Teilen der deutschen Politik unterstĂŒtztencite-ref-12[12] Jerusalemer PalĂ€stinensers Firas Maraghy im Sommer 2010 vor der israelischen Botschaft in Berlin zeigte, hĂ€lt sich Israel nicht an diese öffentlich kommunizierten Regelungen. So wurde Maraghy vom Innenministerium im Mai 2009 erklĂ€rt, er mĂŒsse trotz des Studiums seiner Frau in Deutschland bis spĂ€testens Mai 2011 nach Ostjerusalem zurĂŒckkehren und dann fĂŒr eineinhalb Jahre dort leben, um das Aufenthaltsrecht in seiner Heimatstadt nicht zu verlieren.cite-ref-13[13] Viele PalĂ€stinenser haben ihr Wohnrecht verwirkt, weil sie z. B. wĂ€hrend eines Auslandsstudiums Fristen versĂ€umt haben. Seit 1967 wurden 14.000 dieser „stĂ€ndigen“ Aufenthaltsgenehmigungen entzogen, zuletzt auch wegen TerroraktivitĂ€ten von Familienangehörigen.cite-ref-14[14]

Viele PalĂ€stinenser bevorzugen jordanische PĂ€sse oder die PĂ€sse der PalĂ€stinensischen Autonomie. Israelische StaatsbĂŒrger zu werden, kĂ€me fĂŒr die meisten dieser PalĂ€stinenser einer Aufgabe Ostjerusalems gleich, zumal damit ein Eid auf Israel verbunden ist. Ähnlich verhĂ€lt es sich mit der Zusammenarbeit der PalĂ€stinenser mit israelischen Behörden. Da viele PalĂ€stinenser keine KommunalgebĂŒhren oder Mieten fĂŒr die oft nur gepachteten WohnflĂ€chen zahlen, auf denen nach 1967 hĂ€ufig ohne Baugenehmigungen gebaut wurde, argumentieren die Israelis, dass sie das Recht hĂ€tten, solche Wohnungen zwangsrĂ€umen zu lassen und dort neue GebĂ€ude zu errichten. Laut dem Israelischen Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) wurden dagegen von 1967 bis 2003 kaum Baugenehmigungen fĂŒr die palĂ€stinensischen Einwohner erteilt, wĂ€hrend in dem gleichen Zeitraum 90.000 Wohneinheiten fĂŒr jĂŒdische Siedler geschaffen wurden.cite-ref-15[15]

Durch das Gesetz, das es ermöglicht, 1948 verlassenes jĂŒdisches Eigentum zurĂŒckzufordern, gelangen immer wieder HĂ€user in Ostjerusalem in den Besitz von Juden. Eigene rechtsgerichtete Organisationen forschen nach Nachkommen frĂŒherer jĂŒdischer Besitzer, unterstĂŒtzen diese bei der Geltendmachung ihrer AnsprĂŒche und kaufen diesen dann die zugesprochenen GrundstĂŒcke ab. Danach werden die HĂ€user an jĂŒdische Familien vermietet, die manchmal mit großem Aufwand beschĂŒtzt werden mĂŒssen.cite-ref-16[16] So lassen einige jĂŒdische Bewohner im muslimischen Viertel der Altstadt ihre Kinder tĂ€glich von Wachleuten auf dem Schulweg begleiten.

Die Bewohner ohne StaatsbĂŒrgerschaft dĂŒrfen nicht an israelischen Wahlen teilnehmen, nur an der Wahl zum Jerusalemer Gemeinderat. Die Mehrzahl tut dies aber nicht, um zu zeigen, dass sie die Besatzung nicht anerkennt.cite-ref-17[17] GemĂ€ĂŸ Oslo-Abkommen dĂŒrfen sie sich jedoch an palĂ€stinensischen Wahlen beteiligen, mĂŒssen ihre Stimme aber in PostĂ€mtern abgeben, damit Israel dies als Briefwahl von „im Ausland lebenden PalĂ€stinensern“ bezeichnen kann. Eine FamilienzusammenfĂŒhrung existiert nicht fĂŒr (nicht-israelische) PalĂ€stinenser in Ostjerusalem und in den restlichen palĂ€stinensischen Gebieten. Besucher und Ehegatten aus diesen Gebieten mĂŒssen beim israelischen Innenministerium um Erlaubnis ersuchen. Seit der Zweiten Intifada werden solche Genehmigungen kaum mehr ausgestellt, vor allem seitdem auch Einwohner von Ostjerusalem Attentate verĂŒbt haben. Diese Verfahren wurden bereits oft von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Um den Status als Ostjerusalemer nicht zu verlieren, bleiben viele in der Stadt gemeldet, obwohl sie nach der Heirat mit einem palĂ€stinensischen Partner in dessen Heimatstadt leben, auch die Kinder werden, wenn möglich, in einem Jerusalemer Spital zur Welt gebracht und in Jerusalem angemeldet. Viele palĂ€stinensische Ehefrauen haben seit Jahren bei ihren Ehepartnern in Ostjerusalem gelebt, bekommen nun aber, trotz Einschaltung eines Anwalts, keine VerlĂ€ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen. Sie leben daher oft illegal weiter in der Stadt. Seit dem Bau der Mauer und der VerschĂ€rfung der Grenzkontrollen reisen sie mit temporĂ€ren Passierscheinen fĂŒr Krankenhausbesuche und Gebet am Tempelberg ein.

In den letzten Jahren verloren einige Bewohner auch ihr Aufenthaltsrecht, weil ihre HĂ€user nicht zu 100 % innerhalb der Stadtgrenzen liegen. Sie sind zwar verpflichtet, die Gemeindeabgaben (Arnona) zu bezahlen, verloren aber ihren Status. In einem Fall wurde einer Witwe die Pension gestrichen, weil das Bett ihres Mannes außerhalb der Stadtgrenzen lag.cite-ref-18[18]

Laut der jĂŒdischen Menschenrechtsorganisation HaMoked hat die Zahl der PalĂ€stinenser, die 2008 ihren Status als Einwohner Ostjerusalems verloren haben, eine besorgniserregende Höhe erreicht. Die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten von Amerika haben die israelische Politik in Jerusalem kritisiert; diese beinhaltet die Vertreibung von PalĂ€stinensern aus ihren HĂ€usern, fĂŒr welche sie keinen Eigentumsnachweis vorlegen können, Zerstörung von HĂ€usern, die ohne Baugenehmigung gebaut wurden, als auch die Erweiterung von jĂŒdischen Siedlungen auf Land, welches seit dem Sechstagekrieg besetzt ist. Laut der Direktorin von HaMoked, Dalia Kerstein, sei das Vorgehen des Innenministeriums Teil einer grĂ¶ĂŸeren Kampagne, eine jĂŒdische Mehrheit in Jerusalem sicherzustellen sowie die palĂ€stinensische BevölkerungsgrĂ¶ĂŸe zu begrenzen. Des Weiteren sind laut einem internen Bericht der EU von 2009, aus dem HaÊŸaretz zitierte, 35 % der Bewohner Jerusalems Araber, allerdings wĂŒrden nur weniger als 10 % der Gelder in arabische Viertel fließen.cite-ref-19[19] Im September 2011 kĂŒndigte das israelische Innenministerium den Bau von 1100 weiteren Wohnungen im Stadtteil Gilo an, was nicht nur die PalĂ€stinenser, sondern auch die USA, Russland und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton kritisierten.cite-ref-20[20]

Ein Bericht der EU von 2011 zeigt auf, dass inzwischen etwa 10.000 Kinder ohne Aufenthaltsrecht in der Stadt leben, weil ein Elternteil aus dem Westjordanland stammt.cite-ref-haaretz-1-407864-21-0[21]

RĂŒckerstattungsansprĂŒche jĂŒdischer Israelis

Sowohl BBC News als auch i24news und Jedi’ot Acharonot berichten ĂŒber ZwangsrĂ€umungen von Wohnungen in Ostjerusalem, die von PalĂ€stinensern bewohnt waren:

“Under Israeli law, if Jews can prove their families lived in east Jerusalem homes before the 1948 War of Independence, they can demand that Israel's general custodian office release the property and return their ownership rights.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]”

„GemĂ€ĂŸ israelischem Recht haben Juden RĂŒckerstattungsansprĂŒche auf in Ost-Jerusalem befindliche GebĂ€ude, wenn sie belegen können, dass ihre Familie bis 1948 dort gelebt hat.“

“Under Israeli law, Jews can reclaim property lost when Jordan occupied East Jerusalem in the war of 1948-9.cite-ref-24[24]”

„Nach israelischem Gesetz können Juden AnsprĂŒche auf Eigentum erheben, das sie verloren haben, als Jordanien Ost-Jerusalem im Krieg 1948 besetzt hat.“

Ein israelischer Gerichtsbeschluss wurde von der israelischen Polizei am 5. September 2017 umgesetzt und PalÀstinenser zur RÀumung der von ihnen bewohnten GebÀude in Ostjerusalem gezwungen.cite-ref-25[25]

Am 2. Januar 2018 hatte das israelische Parlament mit einer GesetzesĂ€nderung eine mögliche kĂŒnftige Teilung Jerusalems erschwert. FĂŒr die Aufgabe von Gebieten, die zum Ostteil der Stadt gehören, etwa im Rahmen eines Friedensabkommens mit den PalĂ€stinensern, mĂŒssten demnach zukĂŒnftig mindestens zwei Drittel der Abgeordneten stimmen. Vorher reichte schon eine einfache Mehrheit in der Knesset.cite-ref-26[26]

PalÀstinensische Infrastruktur

In Ostjerusalem befinden sich nicht nur auch fĂŒr die außerhalb der Stadt lebenden PalĂ€stinenser heilige StĂ€tten (Al-Aqsa-Moschee, Grabeskirche), sondern auch historisch gewachsene zentrale Einrichtungen, die noch immer fĂŒr die Bewohner des Westjordanlandes wichtige Anlaufstellen sind.

Dazu gehören die sechs arabischen SpitÀler:

‱ Makassed Islamic Charitable Hospital auf dem Ölberg (220 Betten, Kardiologie)
‱ Auguste-Viktoria-Spital auf dem Ölberg (100 Betten)
‱ St.-John-Augenspital in Scheich Dscharrah (70 Betten)
‱ St.-Josef-Spital in Scheich Dscharrah (70 Betten, Neurochirurgie)
‱ GebĂ€rklinik des PRCS (PalĂ€stinensischer Roter Halbmond) in Suwaneh (30 Betten)
‱ Prinzessin-Basma-Center fĂŒr behinderte Kinder auf dem Ölberg (20 Betten, Physiotherapie)cite-ref-27[27]

Einige dieser SpitĂ€ler haben Spezialisierungen, die in den Autonomiegebieten nicht verfĂŒgbar sind. Spezialbehandlungen sind oft nur im israelischen Hadassah am Skupusberg oder Ein Kerem möglich. Einige dieser SpitĂ€ler behandeln Personen mit FlĂŒchtlingsstatus gratis, wĂ€hrend sie in anderen Einrichtungen außerhalb der Stadt bezahlen mĂŒssen. Dringende Einlieferungen in diese SpitĂ€ler werden durch Kontrollen und Bewilligungen an der Grenze verzögert. FĂŒr ambulante Behandlungen ist jedes Mal ein Passierschein zu beantragen. Ärztliches Personal und Medizinstudenten von außerhalb benötigen Arbeitserlaubnis und Passierscheine. Seit 2008 ist es den SpitĂ€lern untersagt, wesentlich gĂŒnstigere palĂ€stinensische Medikamente einzukaufen. Genehmigungen fĂŒr Umbauarbeiten und Zubauten wurden nicht gewĂ€hrt.cite-ref-haaretz-1-407864-21-1[21] FĂŒr 80 % der NotfalleinsĂ€tze in Ostjerusalem verlangen jĂŒdische Rettungswagen Polizeischutz, da sie zuvor in den Gegenden, in denen sie Menschen helfen wollten, angegriffen wurden. Dies fĂŒhrt zu einer VerlĂ€ngerung der Transportzeit.cite-ref-28[28]

Ebenso befinden sich andere palÀstinensische Institutionen in Ostjerusalem:

‱ Orienthaus, seit 2001 geschlossen
‱ mehrere Institute der Al-Quds-UniversitĂ€t

Stromgesellschaft JDECO

Trotz der Wiedervereinigung der Stadt mit allen Angleichungen hat Ostjerusalem noch immer eine getrennte Stromversorgung durch die 1914 gegrĂŒndete palĂ€stinensische Stromgesellschaft JDECO (Jerusalem District Electricity Co. Ltd.), die Ostjerusalem und dessen Umland unabhĂ€ngig von der sonst zustĂ€ndigen israelischen Firma Israel Electric Co. mit Strom versorgt. Da die vielen jĂŒdischen Bewohner Ostjerusalems darauf bestehen, von der zuverlĂ€ssigeren israelischen Firma versorgt zu werden, gibt es immer mehr Zweigleisigkeit, wie fĂŒr die Siedlungen im Westjordanland.cite-ref-29[29]

Stadtviertel

‱ Abu Tor
‱ Altstadt
‱ Atarot
‱ Beit Hanina
‱ Französischer HĂŒgel (auch Giv’at Shapira)
‱ Gilo
‱ Har Choma
‱ Nof Zion
‱ Ramat Eschkol
‱ Schu'fat
‱ Silwan
‱ Talpiot Ost
‱ Umm Tuba

Siehe auch
Weblinks

Commons

: Ostjerusalem

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Jerusalem/Ostjerusalem

– ReisefĂŒhrer

‱ Dominique Vidal, Philippe Rekacewicz: Die demografische Bereinigung Jerusalems. In: monde-diplomatique.de. Le Monde diplomatique, 9. Februar 2007, S. 1, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 26. Februar 2015; abgerufen am 15. MĂ€rz 2009.
‱ The Association for Civil Rights in Israel: East Jerusalem: Facts and Figures 2017 (PDF; 774 kB, englisch)
‱ Nir Hassan, Tamar Almog: PalĂ€stinenser*innen in Ost-Jerusalem – Daten und Fakten In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office. 6. Juni 2018, abgerufen am 16. April 2018.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Darunter die Resolution 267 (1969), die Resolution 478 (1980) (die USA enthielten sich der Stimme) und die Resolution 2334 (2016).
cite-note-22. ↑ Heinrich Wefing: Anerkennung PalĂ€stina: "Nein, die Anerkennung ist keine Show". In: Die Zeit. 22. September 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 22. September 2025]).
cite-note-33. ↑ LTO: IGH: Israel annektiert palĂ€stinensische Gebiete. Abgerufen am 25. Juli 2024.
cite-note-44. ↑ Redaktion: Islamischer Gipfel erkennt Ost-Jerusalem als Hauptstadt PalĂ€stinas an. In: Der Tagesspiegel. 13. Dezember 2017, abgerufen am 4. April 2022.
cite-note-55. ↑ Hamas fordert Abbas zum RĂŒcktritt auf (Memento vom 11. MĂ€rz 2010 im Internet Archive)
cite-note-66. ↑ Areas (Memento vom 6. Februar 2007 im Internet Archive)
cite-note-77. ↑ Intelligence and Terrorism Information Centerat the Center for Special Studies (C.S.S) (Memento vom 6. MĂ€rz 2012 im Internet Archive), 31. Oktober 2005.
cite-note-88. ↑ Cabinet approves plan to tighten Israeli control over East Jerusalem, HaÊŸaretz, 29. Juni 2014.
cite-note-99. ↑ Austria Presse Agentur (APA): Israel kĂŒndigt Bau von 15.000 Wohnungen in Ostjerusalem an. In: Die Presse. 28. April 2017.
cite-note-1010. ↑ Alexander Osang: Donald Trump verlegt die US-Botschaft nach Jerusalem: So reagieren Diplomaten. In: Der Spiegel. 13. Mai 2018, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. Oktober 2023]).
cite-note-1111. ↑ Michael Wolffsohn, Douglas Bokovoy: Israel. Grundwissen, LĂ€nderkunde, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft (1882–1996), Opladen 1996, ISBN 3-8100-1310-2, S. 66.
cite-note-1212. ↑ Karin SchĂ€dler: UnterstĂŒtzung fĂŒr Hungerstreik. In: Die Tageszeitung. 26. August 2010.
cite-note-1313. ↑ Rupert Neudeck: „Ich brauche kein Geld. Ich brauche Gerechtigkeit“, GrĂŒnhelme, 27. August 2010.
cite-note-1414. ↑ Ariel David: Who are East Jerusalem’s ‘permanent residents’?. In: HaÊŸaretz. 9. Dezember 2014.
cite-note-1515. ↑ Karin Leukefeld: Ohne Ergebnisse – WorĂŒber reden Abbas und Netanjahu? »Klima der Angst« in der Westbank. In: junge Welt. 16. September 2010, abgerufen am 4. April 2022.
cite-note-1616. ↑ Nir Hasson: Israeli settlers reject Supreme Court offer to compromise over eviction of Palestinian family. In: HaÊŸaretz. 20. Mai 2013.
cite-note-1717. ↑ Wie Fremde in Jerusalem. Deutsche Welle, 1. Juli 2010, abgerufen am 17. September 2010.
cite-note-1818. ↑ Nir Hasson: Israel sanctions East Jerusalem family for straddling Palestinian border. In: HaÊŸaretz. 27. September 2011.
cite-note-1919. ↑ Israel strips more Palestinians of Jerusalem status. Reuters, 2. Dezember 2009, abgerufen am 28. August 2010 (englisch).
cite-note-2020. ↑ Israel brĂŒskiert VerbĂŒndete und erzĂŒrnt PalĂ€stinenser, Zeit Online, 28. September 2011.
cite-note-haaretz-1-407864-2121. ↑ Amira Hass: EU delegates: Palestine Liberation Organization should return to Jerusalem. In: HaÊŸaretz. 18. Januar 2012.
cite-note-2222. ↑ Arab family evicted from east Jerusalem home purchased by Jews, ynetnews.com (Jedi’ot Acharonot), 5. September 2017.
cite-note-2323. ↑ Clashes at Jerusalem house after family evicted, reports say, AFP auf i24news, 8. September 2017.
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