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Ostjerusalem
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Als Ostjerusalem wird der Teil von Jerusalem bezeichnet, der seit dem PalĂ€stinakrieg 1948 von Jordanien besetzt war, bis er im Sechstagekrieg 1967 von Israel erobert wurde. Aus israelischer Sicht ist Ostjerusalem heute Teil des vereinigten Jerusalem einschlieĂlich der Teile des Westjordanlandes, die von Israel zum Jerusalemer Stadtgebiet erklĂ€rt wurden. Die 1980 durch das Jerusalemgesetz erfolgte Annexion des im Sechstagekrieg 1967 eroberten Gebiets wurde von der internationalen Staatengemeinschaft ebenso wenig anerkannt wie die vorangegangene Annexion Ostjerusalems durch Jordanien im Jahr 1950. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete mehrere Resolutionen, die die Annexion oder deren Vorbereitung verurteilten.cite-ref-1[1] Zudem erklĂ€rte der Sicherheitsrat die israelische Annexion Ostjerusalems fĂŒr nichtig.cite-ref-2[2] Der Internationale Gerichtshof erklĂ€rte 2024 in einem unverbindlichen Rechtsgutachten die israelische Besatzung Ostjerusalems mitsamt Siedlungen fĂŒr völkerrechtswidrig und forderte Israel auf, diese Besatzung zu beenden.cite-ref-3[3]
Aus palĂ€stinensischer Sicht ist Ostjerusalem, fĂŒr einige PalĂ€stinenserorganisationen auch ganz Jerusalem, das unter dem arabischen Namen al-Quds (ۧÙÙŰŻŰł bzw. ۧÙÙŰŻŰł ۧÙێ۱ÙÙ al-Quds asch-scharÄ«f; wörtlich âdie heilige [Stadt]â oder âdie ehrenwerte [Stadt]â) bekannt ist, die Hauptstadt eines zukĂŒnftigen PalĂ€stinenserstaates.
2017 erkannte die Organisation fĂŒr Islamische Zusammenarbeit Ostjerusalem als Hauptstadt PalĂ€stinas an.cite-ref-4[4]
Contents
âą Geographie
âą Politik
âą Stadtviertel
âą Siehe auch
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Ostjerusalem umfasst die Altstadt von Jerusalem und die östlich anschlieĂenden Bezirke einschlieĂlich des biblischen Ălbergs. In Ostjerusalem liegen einige der heiligsten StĂ€tten von Judentum, Christentum und Islam, darunter die Kotel (die Westmauer des Tempels), der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee, und die Grabeskirche. Zu den bekannten Bezirken von Ostjerusalem gehören Bab az-Zahira, Scheich Dscharrah und Wadi el-Joz.
Politik
Der politische Status Ostjerusalems und die israelischen Siedlungen sind weiterhin ein zentraler Punkt des Nahostkonflikts (Jerusalemfrage). Nach dem Ende des Osmanischen Reiches und der darauffolgenden britischen Verwaltung Jerusalems sollte die Stadt unter internationale Verwaltung gestellt werden. Dieser Plan, der im Rahmen des UN-Teilungsplans von 1947 ausgearbeitet worden war, scheiterte jedoch, da die arabisch-palĂ€stinensische Seite den Teilungsplan pauschal ablehnte. Im Verlauf des PalĂ€stinakriegs wurde Ostjerusalem von jordanischen Truppen besetzt, jĂŒdische Bewohner wurden aus der Altstadt vertrieben, jĂŒdische HĂ€user und die Hurva-Synagoge zerstört. Der Krieg endete mit dem 1949 zwischen Israel einerseits und Ăgypten, Jordanien, Libanon und Syrien andererseits geschlossenen Waffenstillstandsabkommen. Mit diesem wurde vereinbart, dass Jordanien seine Truppen in Ostjerusalem behĂ€lt. SpĂ€ter wurde Ostjerusalem Teil Jordaniens und völkerrechtswidrig annektiert.
Im Sechstagekrieg wurde Ostjerusalem nach vorangegangenen Angriffen Jordaniens auf Westjerusalem durch die israelische Armee erobert. Israel beansprucht heute ganz Jerusalem einschlieĂlich der östlichen Stadtteile als seine Hauptstadt und annektierte Ostjerusalem 1980 offiziell durch Knesset-Beschluss (Jerusalemgesetz). In zurĂŒckliegenden Friedensverhandlungen lehnte Israel eine vollstĂ€ndige Aufgabe Ostjerusalems zugunsten eines zukĂŒnftigen palĂ€stinensischen Staates ab. BegrĂŒndet wird dies unter anderem mit den Erfahrungen vor 1967, als die jordanischen Besatzer jĂŒdischen Menschen den Zugang zur Klagemauer und der ganzen Altstadt verwehrten, aber auch damit, dass Jerusalem vor 1948 nie Teil eines souverĂ€nen Staates gewesen sei und es somit keinen rechtlichen Anspruch der PalĂ€stinenser auf Ostjerusalem gebe. In den Augen kritischer Beobachter wird der Status quo durch den fortwĂ€hrenden, staatlich geförderten Siedlungsbau von Israelis in dem vor 1967 vorwiegend arabisch bewohnten Stadtteil völkerrechtswidrig verfestigt. Zudem schneidet die von Israel offiziell zur Terrorabwehr errichtete Sperranlage, die in Jerusalem auch die Form einer Mauer hat, das Westjordanland zunehmend vom arabischen Teil Jerusalems ab.
Die PalĂ€stinenser lehnen den Anspruch Israels auf Ostjerusalem strikt ab und bestehen auf der Kontrolle des gesamten Stadtteils einschlieĂlich des Tempelbergs. Sie berufen sich dabei auf verschiedene Resolutionen der Vereinten Nationen, die den RĂŒckzug Israels aus besetzten Gebieten fordern und die Annexion Ostjerusalems durch Israel fĂŒr völkerrechtswidrig erklĂ€rt haben. Jahrelang war Faisal Husaini im Orienthaus der Jerusalemer Vertreter der PLO und wurde als heimlicher BĂŒrgermeister Ostjerusalems angesehen. Nach Husainis Tod im Jahr 2001 wurde das Orienthaus geschlossen. Der PrĂ€sident der palĂ€stinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas lehnt Verhandlungen ĂŒber eine zukĂŒnftige Lösung der Verwaltung Ostjerusalems seit 2008 kategorisch ab, solange Israel an Siedlungsprojekten in Ostjerusalem und im Westjordanland festhĂ€lt.cite-ref-5[5] Doch schon seit dem Fatah-Hamas-Konflikt im Jahr 2006 verfĂŒgen die PalĂ€stinenser nicht mehr ĂŒber einheitliche Forderungen bezĂŒglich Ostjerusalems. Die von der Fatah kontrollierte Autonomiebehörde beansprucht in Friedensverhandlungen meist nur Ostjerusalem als Hauptstadt eines zukĂŒnftigen PalĂ€stinenserstaates, wenngleich ihre Charta eine âAusrottung jeder ökonomischen und politischen zionistischen Existenzâ und âeinen souverĂ€nen Staat auf dem Boden ganz PalĂ€stinas, mit Jerusalem als Hauptstadt.â (Artikel 12 und 13) fordert.cite-ref-6[6] Die radikalislamische Hamas, die 2006 von einer relativen Mehrheit der PalĂ€stinenser gewĂ€hlt wurde und ĂŒber die Mehrheit der Parlamentssitze verfĂŒgt, erkennt Israel nicht an und fordert die Errichtung eines Gottesstaats auf dem Boden des heutigen Israels mit ganz Jerusalem als Hauptstadt. Finanziell und ideologisch unterstĂŒtzt wird die Hamas von Syrien und Iran, die die Belange Jerusalems fĂŒr ihre kontroverse AuĂenpolitik verwenden. So werden in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden Kundgebungen und Gedenktage (wie der al-Quds-Tag) abgehalten, die an âdas Ziel erinnern, Jerusalem zu befreienâ.cite-ref-7[7] Hassan Nasrallah, der AnfĂŒhrer der schiitischen Hisbollah, bezeichnete Jerusalem als âdas groĂe Ziel und die groĂe Schlacht unserer Zeit.â In groĂen Teilen der arabisch-muslimischen Welt gilt der derzeitige Status Jerusalems nicht nur als Rechts-, sondern auch als Prestigeverlust.
Ende Juni 2014 beschloss Israels Regierung, ĂŒber fĂŒnf Jahre 295 Millionen Schekel in Infrastruktur und Sicherheit Ostjerusalems zu investieren.cite-ref-8[8]
Im Vorfeld des Besuchs von US-PrĂ€sident Donald Trump im Mai 2017 kĂŒndigte Israels Bauminister Yoav Galant ein neues Siedlungsprojekt an. Dabei sollen 15.000 neue Wohnungen fĂŒr jĂŒdische Siedler in Ostjerusalem entstehen.cite-ref-9[9] 2018 wurde die US-Botschaft durch Trump nach Jerusalem verlegt, nachdem er dieses als offizielle Hauptstadt anerkannte.cite-ref-10[10]
Siehe auch
:
Ost-Jerusalem unter jordanischer Besatzung
Status der PalÀstinenser
NichtjĂŒdische Bewohner der Gebiete, die Israel 1967 im Sechstagekrieg eroberte und danach auch verfassungsrechtlich seinem Staatsgebiet eingliederte (Golan-Höhen und Ostjerusalem), wurden mit dieser Annexion nicht automatisch zu israelischen Staatsangehörigen. Wenn sie die israelische Staatsangehörigkeit erhalten möchten, mĂŒssen sie sich einbĂŒrgern lassen. Von dieser Möglichkeit machten nur wenige Gebrauch, zwischen 1980 und 1992 lediglich ein Prozent der Ostjerusalemer.cite-ref-11[11]
Die arabisch-palĂ€stinensischen Einwohner Ostjerusalems haben den Status von âStĂ€ndigen Einwohnernâ, der es ihnen erlaubt, sich innerhalb Israels zu bewegen. Sie bekommen spezielle blaue ID-Karten und sind damit auch sozialversichert. Dieser Status kann ihnen entzogen werden, wenn sie sich mehrere Jahre auĂerhalb von Jerusalem aufhalten. Ein Besuch in drei Jahren reicht der israelischen Zeitung HaÊŸaretz zufolge aus, um den Status behalten zu dĂŒrfen. Wie sich anlĂ€sslich des Hungerstreiks des von breiten Teilen der deutschen Politik unterstĂŒtztencite-ref-12[12] Jerusalemer PalĂ€stinensers Firas Maraghy im Sommer 2010 vor der israelischen Botschaft in Berlin zeigte, hĂ€lt sich Israel nicht an diese öffentlich kommunizierten Regelungen. So wurde Maraghy vom Innenministerium im Mai 2009 erklĂ€rt, er mĂŒsse trotz des Studiums seiner Frau in Deutschland bis spĂ€testens Mai 2011 nach Ostjerusalem zurĂŒckkehren und dann fĂŒr eineinhalb Jahre dort leben, um das Aufenthaltsrecht in seiner Heimatstadt nicht zu verlieren.cite-ref-13[13] Viele PalĂ€stinenser haben ihr Wohnrecht verwirkt, weil sie z. B. wĂ€hrend eines Auslandsstudiums Fristen versĂ€umt haben. Seit 1967 wurden 14.000 dieser âstĂ€ndigenâ Aufenthaltsgenehmigungen entzogen, zuletzt auch wegen TerroraktivitĂ€ten von Familienangehörigen.cite-ref-14[14]
Viele PalĂ€stinenser bevorzugen jordanische PĂ€sse oder die PĂ€sse der PalĂ€stinensischen Autonomie. Israelische StaatsbĂŒrger zu werden, kĂ€me fĂŒr die meisten dieser PalĂ€stinenser einer Aufgabe Ostjerusalems gleich, zumal damit ein Eid auf Israel verbunden ist. Ăhnlich verhĂ€lt es sich mit der Zusammenarbeit der PalĂ€stinenser mit israelischen Behörden. Da viele PalĂ€stinenser keine KommunalgebĂŒhren oder Mieten fĂŒr die oft nur gepachteten WohnflĂ€chen zahlen, auf denen nach 1967 hĂ€ufig ohne Baugenehmigungen gebaut wurde, argumentieren die Israelis, dass sie das Recht hĂ€tten, solche Wohnungen zwangsrĂ€umen zu lassen und dort neue GebĂ€ude zu errichten. Laut dem Israelischen Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) wurden dagegen von 1967 bis 2003 kaum Baugenehmigungen fĂŒr die palĂ€stinensischen Einwohner erteilt, wĂ€hrend in dem gleichen Zeitraum 90.000 Wohneinheiten fĂŒr jĂŒdische Siedler geschaffen wurden.cite-ref-15[15]
Durch das Gesetz, das es ermöglicht, 1948 verlassenes jĂŒdisches Eigentum zurĂŒckzufordern, gelangen immer wieder HĂ€user in Ostjerusalem in den Besitz von Juden. Eigene rechtsgerichtete Organisationen forschen nach Nachkommen frĂŒherer jĂŒdischer Besitzer, unterstĂŒtzen diese bei der Geltendmachung ihrer AnsprĂŒche und kaufen diesen dann die zugesprochenen GrundstĂŒcke ab. Danach werden die HĂ€user an jĂŒdische Familien vermietet, die manchmal mit groĂem Aufwand beschĂŒtzt werden mĂŒssen.cite-ref-16[16] So lassen einige jĂŒdische Bewohner im muslimischen Viertel der Altstadt ihre Kinder tĂ€glich von Wachleuten auf dem Schulweg begleiten.
Die Bewohner ohne StaatsbĂŒrgerschaft dĂŒrfen nicht an israelischen Wahlen teilnehmen, nur an der Wahl zum Jerusalemer Gemeinderat. Die Mehrzahl tut dies aber nicht, um zu zeigen, dass sie die Besatzung nicht anerkennt.cite-ref-17[17] GemÀà Oslo-Abkommen dĂŒrfen sie sich jedoch an palĂ€stinensischen Wahlen beteiligen, mĂŒssen ihre Stimme aber in PostĂ€mtern abgeben, damit Israel dies als Briefwahl von âim Ausland lebenden PalĂ€stinensernâ bezeichnen kann. Eine FamilienzusammenfĂŒhrung existiert nicht fĂŒr (nicht-israelische) PalĂ€stinenser in Ostjerusalem und in den restlichen palĂ€stinensischen Gebieten. Besucher und Ehegatten aus diesen Gebieten mĂŒssen beim israelischen Innenministerium um Erlaubnis ersuchen. Seit der Zweiten Intifada werden solche Genehmigungen kaum mehr ausgestellt, vor allem seitdem auch Einwohner von Ostjerusalem Attentate verĂŒbt haben. Diese Verfahren wurden bereits oft von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Um den Status als Ostjerusalemer nicht zu verlieren, bleiben viele in der Stadt gemeldet, obwohl sie nach der Heirat mit einem palĂ€stinensischen Partner in dessen Heimatstadt leben, auch die Kinder werden, wenn möglich, in einem Jerusalemer Spital zur Welt gebracht und in Jerusalem angemeldet. Viele palĂ€stinensische Ehefrauen haben seit Jahren bei ihren Ehepartnern in Ostjerusalem gelebt, bekommen nun aber, trotz Einschaltung eines Anwalts, keine VerlĂ€ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen. Sie leben daher oft illegal weiter in der Stadt. Seit dem Bau der Mauer und der VerschĂ€rfung der Grenzkontrollen reisen sie mit temporĂ€ren Passierscheinen fĂŒr Krankenhausbesuche und Gebet am Tempelberg ein.
In den letzten Jahren verloren einige Bewohner auch ihr Aufenthaltsrecht, weil ihre HĂ€user nicht zu 100 % innerhalb der Stadtgrenzen liegen. Sie sind zwar verpflichtet, die Gemeindeabgaben (Arnona) zu bezahlen, verloren aber ihren Status. In einem Fall wurde einer Witwe die Pension gestrichen, weil das Bett ihres Mannes auĂerhalb der Stadtgrenzen lag.cite-ref-18[18]
Laut der jĂŒdischen Menschenrechtsorganisation HaMoked hat die Zahl der PalĂ€stinenser, die 2008 ihren Status als Einwohner Ostjerusalems verloren haben, eine besorgniserregende Höhe erreicht. Die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten von Amerika haben die israelische Politik in Jerusalem kritisiert; diese beinhaltet die Vertreibung von PalĂ€stinensern aus ihren HĂ€usern, fĂŒr welche sie keinen Eigentumsnachweis vorlegen können, Zerstörung von HĂ€usern, die ohne Baugenehmigung gebaut wurden, als auch die Erweiterung von jĂŒdischen Siedlungen auf Land, welches seit dem Sechstagekrieg besetzt ist. Laut der Direktorin von HaMoked, Dalia Kerstein, sei das Vorgehen des Innenministeriums Teil einer gröĂeren Kampagne, eine jĂŒdische Mehrheit in Jerusalem sicherzustellen sowie die palĂ€stinensische BevölkerungsgröĂe zu begrenzen. Des Weiteren sind laut einem internen Bericht der EU von 2009, aus dem HaÊŸaretz zitierte, 35 % der Bewohner Jerusalems Araber, allerdings wĂŒrden nur weniger als 10 % der Gelder in arabische Viertel flieĂen.cite-ref-19[19] Im September 2011 kĂŒndigte das israelische Innenministerium den Bau von 1100 weiteren Wohnungen im Stadtteil Gilo an, was nicht nur die PalĂ€stinenser, sondern auch die USA, Russland und die EU-AuĂenbeauftragte Catherine Ashton kritisierten.cite-ref-20[20]
RĂŒckerstattungsansprĂŒche jĂŒdischer Israelis
Sowohl BBC News als auch i24news und Jediâot Acharonot berichten ĂŒber ZwangsrĂ€umungen von Wohnungen in Ostjerusalem, die von PalĂ€stinensern bewohnt waren:
âGemÀà israelischem Recht haben Juden RĂŒckerstattungsansprĂŒche auf in Ost-Jerusalem befindliche GebĂ€ude, wenn sie belegen können, dass ihre Familie bis 1948 dort gelebt hat.â
âUnder Israeli law, Jews can reclaim property lost when Jordan occupied East Jerusalem in the war of 1948-9.cite-ref-24[24]â
âNach israelischem Gesetz können Juden AnsprĂŒche auf Eigentum erheben, das sie verloren haben, als Jordanien Ost-Jerusalem im Krieg 1948 besetzt hat.â
Ein israelischer Gerichtsbeschluss wurde von der israelischen Polizei am 5. September 2017 umgesetzt und PalÀstinenser zur RÀumung der von ihnen bewohnten GebÀude in Ostjerusalem gezwungen.cite-ref-25[25]
Am 2. Januar 2018 hatte das israelische Parlament mit einer GesetzesĂ€nderung eine mögliche kĂŒnftige Teilung Jerusalems erschwert. FĂŒr die Aufgabe von Gebieten, die zum Ostteil der Stadt gehören, etwa im Rahmen eines Friedensabkommens mit den PalĂ€stinensern, mĂŒssten demnach zukĂŒnftig mindestens zwei Drittel der Abgeordneten stimmen. Vorher reichte schon eine einfache Mehrheit in der Knesset.cite-ref-26[26]
PalÀstinensische Infrastruktur
In Ostjerusalem befinden sich nicht nur auch fĂŒr die auĂerhalb der Stadt lebenden PalĂ€stinenser heilige StĂ€tten (Al-Aqsa-Moschee, Grabeskirche), sondern auch historisch gewachsene zentrale Einrichtungen, die noch immer fĂŒr die Bewohner des Westjordanlandes wichtige Anlaufstellen sind.
Dazu gehören die sechs arabischen SpitÀler:
âą Makassed Islamic Charitable Hospital auf dem Ălberg (220 Betten, Kardiologie)
âą Auguste-Viktoria-Spital auf dem Ălberg (100 Betten)
âą St.-John-Augenspital in Scheich Dscharrah (70 Betten)
âą St.-Josef-Spital in Scheich Dscharrah (70 Betten, Neurochirurgie)
⹠GebÀrklinik des PRCS (PalÀstinensischer Roter Halbmond) in Suwaneh (30 Betten)
âą Prinzessin-Basma-Center fĂŒr behinderte Kinder auf dem Ălberg (20 Betten, Physiotherapie)cite-ref-27[27]
Einige dieser SpitĂ€ler haben Spezialisierungen, die in den Autonomiegebieten nicht verfĂŒgbar sind. Spezialbehandlungen sind oft nur im israelischen Hadassah am Skupusberg oder Ein Kerem möglich. Einige dieser SpitĂ€ler behandeln Personen mit FlĂŒchtlingsstatus gratis, wĂ€hrend sie in anderen Einrichtungen auĂerhalb der Stadt bezahlen mĂŒssen. Dringende Einlieferungen in diese SpitĂ€ler werden durch Kontrollen und Bewilligungen an der Grenze verzögert. FĂŒr ambulante Behandlungen ist jedes Mal ein Passierschein zu beantragen. Ărztliches Personal und Medizinstudenten von auĂerhalb benötigen Arbeitserlaubnis und Passierscheine. Seit 2008 ist es den SpitĂ€lern untersagt, wesentlich gĂŒnstigere palĂ€stinensische Medikamente einzukaufen. Genehmigungen fĂŒr Umbauarbeiten und Zubauten wurden nicht gewĂ€hrt.cite-ref-haaretz-1-407864-21-1[21] FĂŒr 80 % der NotfalleinsĂ€tze in Ostjerusalem verlangen jĂŒdische Rettungswagen Polizeischutz, da sie zuvor in den Gegenden, in denen sie Menschen helfen wollten, angegriffen wurden. Dies fĂŒhrt zu einer VerlĂ€ngerung der Transportzeit.cite-ref-28[28]
Ebenso befinden sich andere palÀstinensische Institutionen in Ostjerusalem:
âą Orienthaus, seit 2001 geschlossen
⹠mehrere Institute der Al-Quds-UniversitÀt
Stromgesellschaft JDECO
Trotz der Wiedervereinigung der Stadt mit allen Angleichungen hat Ostjerusalem noch immer eine getrennte Stromversorgung durch die 1914 gegrĂŒndete palĂ€stinensische Stromgesellschaft JDECO (Jerusalem District Electricity Co. Ltd.), die Ostjerusalem und dessen Umland unabhĂ€ngig von der sonst zustĂ€ndigen israelischen Firma Israel Electric Co. mit Strom versorgt. Da die vielen jĂŒdischen Bewohner Ostjerusalems darauf bestehen, von der zuverlĂ€ssigeren israelischen Firma versorgt zu werden, gibt es immer mehr Zweigleisigkeit, wie fĂŒr die Siedlungen im Westjordanland.cite-ref-29[29]
Stadtviertel
âą Abu Tor
âą Altstadt
âą Atarot
âą Beit Safafa
âą Beit Hanina
âą Französischer HĂŒgel (auch Givâat Shapira)
âą Gilo
âą Har Choma
âą Nof Zion
âą Pisgat Zeâev
âą Ramat Eschkol
âą Schu'fat
âą Silwan
âą Talpiot Ost
âą Umm Tuba
âą Wadi el-Joz
Siehe auch
Weblinks
Commons
: Ostjerusalem
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Jerusalem/Ostjerusalem
â ReisefĂŒhrer
âą Dominique Vidal, Philippe Rekacewicz: Die demografische Bereinigung Jerusalems. In: monde-diplomatique.de. Le Monde diplomatique, 9. Februar 2007, S. 1, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 26. Februar 2015; abgerufen am 15. MĂ€rz 2009.
âą The Association for Civil Rights in Israel: East Jerusalem: Facts and Figures 2017 (PDF; 774 kB, englisch)
âą Nir Hassan, Tamar Almog: PalĂ€stinenser*innen in Ost-Jerusalem â Daten und Fakten In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office. 6. Juni 2018, abgerufen am 16. April 2018.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Darunter die Resolution 267 (1969), die Resolution 478 (1980) (die USA enthielten sich der Stimme) und die Resolution 2334 (2016).
cite-note-33. â LTO: IGH: Israel annektiert palĂ€stinensische Gebiete. Abgerufen am 25. Juli 2024.
cite-note-44. â Redaktion: Islamischer Gipfel erkennt Ost-Jerusalem als Hauptstadt PalĂ€stinas an. In: Der Tagesspiegel. 13. Dezember 2017, abgerufen am 4. April 2022.
cite-note-55. â Hamas fordert Abbas zum RĂŒcktritt auf (Memento vom 11. MĂ€rz 2010 im Internet Archive)
cite-note-77. â Intelligence and Terrorism Information Centerat the Center for Special Studies (C.S.S) (Memento vom 6. MĂ€rz 2012 im Internet Archive), 31. Oktober 2005.
cite-note-88. â Cabinet approves plan to tighten Israeli control over East Jerusalem, HaÊŸaretz, 29. Juni 2014.
cite-note-99. â Austria Presse Agentur (APA): Israel kĂŒndigt Bau von 15.000 Wohnungen in Ostjerusalem an. In: Die Presse. 28. April 2017.
cite-note-1111. â Michael Wolffsohn, Douglas Bokovoy: Israel. Grundwissen, LĂ€nderkunde, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft (1882â1996), Opladen 1996, ISBN 3-8100-1310-2, S. 66.
cite-note-1212. â Karin SchĂ€dler: UnterstĂŒtzung fĂŒr Hungerstreik. In: Die Tageszeitung. 26. August 2010.
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cite-note-1515. â Karin Leukefeld: Ohne Ergebnisse â WorĂŒber reden Abbas und Netanjahu? »Klima der Angst« in der Westbank. In: junge Welt. 16. September 2010, abgerufen am 4. April 2022.
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